In Unternehmen haben wir es mit vier unterschiedlichen Krisen zu tun, die nacheinander in vier Phasen verlaufen. Sichtbar wird die jeweilige Krise anhand unterschiedlicher Aspekte. Abhängig davon, inwieweit sich die Systemkrise bereits ausgebreitet hat, wird das sichtbar, was es in dem Moment zu bearbeiten gibt und was die meiste Aufmerksamkeit bekommen sollte.

Phase 1 | Produktivitätskrise

Es ist Unternehmensalltag, dass sich Prozesse verändern, neue Produkte entwickelt werden, das Marktumfeld sehr dynamisch ist, Mitarbeiter in Schlüsselpositionen das Unternehmen verlassen, Führungskräfte innerhalb des Unternehmens wechseln oder in Pension gehen, Teams und Abteilungen zusammengelegt werden, Unternehmensbereiche ausgelagert werden oder die Unternehmensstrategie angepasst wird.

All diese Veränderungen führen über einen gewissen Zeitraum dazu, dass die Produktivität abnimmt. Dieses Sinken der Produktivität führt zu einer Produktivitätskrise. Wenn nicht entsprechende Schritte und Maßnahmen ergriffen werden, führt die Veränderung zu einer Systemkrise beziehungsweise zur Sinnkrise.

 Phase 2 | Vertrauenskrise

Die Vertrauenskrise entsteht dann, wenn auf die bevorstehenden und somit sichtbaren Veränderungen nicht entsprechend reagiert wird: Es werden keine Entscheidungen getroffen und Situationen, in denen gehandelt werden muss, werden ignoriert. Durch dieses „Nicht-Handeln“ geht Vertrauen verloren – und viel mehr noch: Es entsteht Misstrauen, und zwar in die jeweiligen Personen – Geschäftsleitung, Führungskräfte, Mitarbeiter-, aber auch in das gesamte Unternehmen als System.

Je länger dabei die Erfordernisse, die die Veränderung mit sich bringt, und die Erwartungen und Bedürfnisse der Personen ignoriert werden, desto größer wird das Misstrauen in der gesamten Organisation. Das bedeutet, dass sich neben die Produktivitätskrise nun auch die Vertrauenskrise gesellt hat: Die Vertrauenskrise ist Teil der Organisation geworden. In dieser Phase fällt es erstmals auf, dass der „Wahnsinn“ System haben könnte.

Phase 3 | Kulturkrise

Je länger nun Misstrauen im Unternehmen herrscht und Verhaltensweisen wie Gleichgültigkeit, fehlendes Verantwortungsbewusstsein, Konkurrenz, Sicherung der eigenen Position, Unterschlagung von Informationen etc. im Vordergrund stehen, desto unproduktiver werden die handelnden Menschen in den Organisationen. Die Produktivitätskrise potenziert sich und die Vertrauenskrise intensiviert sich in dieser Phase – und wird somit Teil der Kultur der Zusammenarbeit.

Der Weg aus dieser Kulturkrise ist ein längerer als der aus der Produktivitäts- und Vertrauenskrise. Warum? Weil die Kulturkrise bedeutet, dass der Umgang miteinander immer rauer und damit unproduktiver wird. Nun steht fest, der Wahnsinn, die Krise hat System.

Phase 4 | Sinnkrise

Eine Unternehmenskultur kann eine gewisse Zeit Veränderungen und Krisen kompensieren. Irgendwann jedoch kippt das System, Entscheidungen werden dann nicht mehr nachvollziehbar, wichtige Mitarbeiter verlassen das Unternehmen oder haben sich gesundheitlich verausgabt. Der Sinn von Tätigkeiten ist nicht mehr erkennbar. Prozesse, Dienstleistungen, Produkte und Personen werden bis ins Detail in Frage gestellt werden. Tiefe Verunsicherung macht sich breit, weil jegliche Orientierung fehlt. Die Menschen legen zu diesem Zeitpunkt jede Entscheidung, jede Handlung und damit auch jedes Nicht-Entscheiden und Nicht-Handeln auf die Waagschale. Die Aufmerksamkeit ist ausschließlich auf das Innere der Organisation gelenkt.

Die Sinnkrise erschüttert die Organisation in ihren Grundfesten. Je tiefer sich die Krise im System, in der Organisation verankert, desto länger dauert es, die Krise zu bewältigen und alle Beteiligten, oder besser gesagt: Betroffenen, wieder in ein produktives Miteinander zu bringen.

In unseren Workshops zeigen wir Ihnen, wie Sie Krisen erkennen und bewältigen können:

Machen Sie sich mit uns auf den Weg aus der Krise!